Aktueller Sachstand
(Stand: 30.01.2003)
Hintergrund
Am 24.04.2002 informierte
die Europäische Kommission über das Schnellwarnsystem für Lebensmittel über
Befunde von Acrylamid in Lebensmitteln in Schweden. Acrylamid wurde in zum
Teil hohen Gehalten in bestimmten stärkehaltigen Lebensmitteln nachgewiesen
so z. B. in Kartoffelchips, Knäckebrot, Frühstückscerealien, Pommes Frites.
Die gefundenen Ergebnisse wurden auch in anderen Ländern (z.B. Schweiz,
Norwegen, England, Deutschland, USA, Kanada) bestätigt.
Vorkommen/Bildung von
Acrylamid
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Acrylamid ist
eine synthetische Substanz, die kommerziell zur Herstellung von
Polyacrylamid verwendet wird. Polyacrylamid wird z. B. bei der
Trinkwasseraufbereitung (Flockungsmittel), in der Papierindustrie
(Bindemittel), in Lebensmittelverpackungen sowie in kosmetischen Mitteln
(Bindemittel) verwendet. Acrylamid kommt auch im Tabakrauch vor.
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Acrylamid hat
den Menschen in der gesamten Entwicklungsgeschichte offenbar als bislang
unerkannt gebliebener Stoff begleitet, der während der Zubereitung
bestimmter Lebensmittel entsteht. Schwerpunktmäßig wurden bisher
stärkehaltige Lebensmittel untersucht, die mit "trockener" Erhitzung –
grillen, braten, backen, rösten, frittieren oder mit der Mikrowelle
(Popcorn) - hergestellt werden.
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Das Vorkommen
von Acrylamid ist nicht nur auf industriell hergestellte Lebensmittel
beschränkt. Auch im Haushalt hergestellte Lebensmittel sind betroffen so
z.B. Pommes Frites, Bratkartoffeln oder Plätzchen.
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In rohen oder
in gekochten Lebensmitteln wurde Acrylamid bisher nicht nachgewiesen.
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Der
Mechanismus der Bildung von Acrylamid ist noch nicht vollständig geklärt;
zunehmend gesichert ist jedoch, dass bei der Herstellung von Kartoffel- und
Getreideprodukten in Abhängigkeit von Temperatur, Feuchtigkeit und – bei
Kartoffeln – von Inhaltstoffen, die sorten- und lagerabhängig sind,
unterschiedlich hohe Gehalte an Acrylamid entstehen können.
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Es gibt
konkrete Hinweise darüber, dass sich Acrylamid insbesondere in Gegenwart von
reduzierenden Zuckern (Glucose und Fructose) und Asparagin (ASN) bei
Hitzeeinwirkung und niedrigem Wassergehalt bildet. Eine Bestätigung der
Allgemeingültigkeit dieses Bildungsmechanismus ist jedoch noch nicht
erbracht.
Gesundheitsgefährdende
Eigenschaften von Acrylamid
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Im
Vordergrund der Gesundheitsschädlichkeit von Acrylamid steht die
krebserzeugende und genotoxische Wirkung; Acrylamid ruft in Tieren Krebs
hervor. Acrylamid wurde von der International Agency for Research
on Cancer (IARC) als "wahrscheinlich kanzerogen für den Menschen"
beurteilt. In der Europäischen Union ist Acrylamid in die Kategorie 2
krebserzeugender Stoffe eingestuft.
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Auch nach
Veröffentlichung einer neuen schwedischen Studie zu Acrylamid, die keinen
Zusammenhang zwischen einer erhöhten Acrylamidaufnahme und dem Auftreten von
Krebserkrankungen festgestellt hat, hält das Bundesinstitut für
Risikobewertung (BfR) seine Einschätzung aufrecht, nach der Acrylamid ein
ernstzunehmendes gesundheitliches Risiko für den Menschen darstellt (www.bfr.bund.de).
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse werden vom BfR fortlaufend bewertet.
Sollten sie zu einer abweichenden Einschätzung des gesundheitlichen Risikos
für den Verbraucher durch Acrylamid führen, wird das BfR die Öffentlichkeit
umgehend informieren.
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Während es keine
wissenschaftlichen Gründe gibt, grundsätzlich an dem Vorliegen dieses
Risikos für den Menschen zu zweifeln, kann zur Zeit nicht verlässlich
abgeschätzt werden, wie hoch das Krebsrisiko nach Aufnahme von
acrylamidhaltigen Lebensmitteln für Menschen ist. |