|
Schnäppchenpreise: Billigangebote dürfen nicht zu Lasten der Qualität gehen
Zusammenhang
zwischen Preisdruck und Lebensmittelskandalen
- In der Debatte um Schnäppchenpreise für
Lebensmittel hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) an den
Zusammenhang zwischen dem enormen Preisdruck im Lebensmitteleinzelhandel und
den regelmäßig wiederkehrenden Lebensmittelskandalen erinnert. Der immer
stärkere Preisdruck des Handels werde vor allem an die Bauern weitergegeben.
So lange die Landwirte Qualität in einem umfassenden Sinne nicht klar und
verlässlich vermitteln könnten, seien sie diesem Preisdruck weitgehend
schutzlos ausgeliefert. „Wer meint, dass man Fleisch so billig anbieten
sollte wie Hundefutter, hat aus der BSE-Krise nichts gelernt“, so
vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda Müller.
Es sei völlig legitim, wenn die Verbraucher Lebensmittel zu möglichst
niedrigen Preisen einkaufen wollen, so der vzbv. „Es ist allerdings
fraglich, ob die ständige Abwärtsspirale bei den Lebensmittelpreisen auch
auf mittlere Sicht den Verbrauchern nützt“, so Edda Müller. „Kein
Verbraucher kann ein Interesse daran haben, wenn billig-billig-billig auf
Kosten der Lebensmittelsicherheit, auf Kosten der Umwelt oder auf Kosten des
Tierschutzes geht.“ Müller warnte auch vor den Folgen einer weiteren
Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel. Wenn die aktuellen Trends
anhielten, dann führe das zu weniger Wettbewerb und damit zu Nachteilen für
die Verbraucher. An dem Verdrängungswettbewerb im Handel könne man nicht
vorbeisehen.
Bereits heute sind die Lebensmittelpreise in Deutschland im europäischen
Vergleich auf extrem niedrigem Niveau. Der Anteil der Ausgaben für
Lebensmittel am Haushaltseinkommen sinkt beständig.
Nach Untersuchungen des vzbv sind viele Verbraucher schon jetzt bereit, für
eine höhere Lebensmittelqualität mehr zu bezahlen. Dabei gehe es um bessere
Sicherheitsstandards und einen besseren Schutz von Umwelt und Nutztieren.
„Das kann aber nur funktionieren, wenn eine derartige Lebensmittelqualität
zuverlässig gekennzeichnet ist, scharf kontrolliert wird und für die
Verbraucher leicht erkennbar und transparent ist“, sagte Müller. Damit
Verbraucher sich besser über Qualität und Herstellungsbedingungen von
Lebensmitteln informieren können, seien bessere Kennzeichnungsregeln und die
Verabschiedung eines Verbraucherinformationsgesetzes notwendig. Ein
Verbraucherinformationsgesetz müsse auch Auskunftsansprüche der Verbraucher
gegenüber den Unternehmen vorsehen.
Quelle :
Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
Markgrafenstraße 66
Besuchereingang:
Kochstraße 22
10969 Berlin
Tel: (030) 25 800 0
 |
zurück |
 |
top |
|
|
|
|
|